SABINE GRAF – TRANSFIGURIEN

Die Tuschezeichnungen von Sabine Graf stellen klar umrissene Figuren dar, die wie Puppen oder Statuen vereinzelt im Zentrum eines weißen Blattes stehen. Die Leere des unbehandelten Außenraums steht im Gegensatz zu den mit Formen, Strichen und Flächen angefüllten Körpern in der Bildmitte, teilweise zum Bersten voll, so als hätten sie ihre Umgebung geschluckt oder stünden kurz davor, sich in diese zu entleeren.

Einblicke in das Körperinnere werden gewährt oder auch bewußt nur angedeutet oder verhindert. Die Figuren verschließen und öffnen sich gleichermaßen, begrenzen und entgrenzen sich. So entsteht ein kontrastreiches Deutungsgeflecht zwischen Körperpanzer, Verkleidung und Innenschau, Eindringlich- und Ausdrücklichkeit, feinen Linien und klaren Flächen.
In den Zeichnungen wird der Körper als Bühne entworfen, auf der mit spitzer, sezierender Feder eine phantastische Anatomie aufgeführt wird, die sich einer medizinisch- wissenschaftlichen Bildsprache mehr oder minder nur scheinbar bedient um dem menschlich-fühlendem Sein als solches Auftritt zu verschaffen.

So sind Bühne und Darsteller identisch, die Figuren Hauptfiguren in ihrem eigenen Stück, welches sich weniger durch Handlung kennzeichnet, vielmehr einen Ist-Zustand, einen inneren Monolog darstellt. In ihrer Zurschaustellung verweisen die Figuren vor allem auf sich selbst, verkörpern emotionale Gründe und Abgründe.

www.grafsabine.de

 

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