Stephane Leonard – Neid fressen Seele auf

DEU: Gezeigt werden großformatige Leinwände und kleinere Papierarbeiten. Zeichnungen und Farbflächenmalerei, Acryl mit Pinsel und in Sprühtechniken aufgetragen, Ölkreide und Bleistift überlagern und verdecken sich, schieben sich in und übereinander.

Der Titel ist eine freie Übersetzung der Redewendung „The grass is always greener on the other side“ („Nachbars Kirschen schmecken immer süßer.“). Leonard bezieht sich hierbei auf eine innere Zerrissenheit, niemals genau dort sein zu können, wo man eigentlich gerade sein möchte oder sein sollte.

In seinen Bildern findet der Konflikt im Spiel zwischen Linie und Fläche statt. Nervöse Linien treffen auf scheinbar ruhende Farbflächen. Durch Übermalungen und Transparenzen werden jedoch selbst diese Flächen zu unruhigen Geistern unter deren Oberflächen etwas zu brodeln scheint. Es ist die Gleichzeitigkeit in Leonard´s Bildern, welche eine Spannung entwickelt, die sich bis in den Galerieraum fortsetzt. Die selbstauferlegte Getriebenheit und die Klaustrophobie des modernen Menschen lässt Leonard auch in der Ausstellungsarchitektur stattfinden. Große Leinwände verkleinern die Galerieräume und so wird die Suche nach der eigenen Anwesenheit in den Bildern (nach Paco Knöller) beim Betrachter räumlich erzwungen, da er sich geradezu in das Bild gestossen fühlt.

Stephane Leonard (*1979 Berlin) studierte Freie Kunst in der Klasse von Prof. Paco Knöller an der Universität der Künste in Bremen. 2007 / 2008 war er Meisterschüler bei Paco Knöller. Leonard ist seit 1995 zunächst in der Street Art aktiv, später als Maler, Zeichner, Sound- und Videokünstler. In den letzten Jahren hat er sich darüber hinaus einen Namen als Regisseur für international anerkannte Musikvideos gemacht.

 

ENG: On display: large scale canvasses and smaller works on paper. Drawings and plane color paintings, acrylics applied with brush or spray techniques, oil, chalk and pencil are covering each other, sliding into and over one another.

The title is a free translation of the saying „The grass is always greener on the other side“. Leonard refers to the inner conflict that you can never be where you actually want to or should be at a certain point.

The conflicts in his works are taking place between lines and planes. These nervous lines meet seemingly inactive colored planes. Through overlapping and transparencies even these planes turn into nervous spirits that seem to simmer under the surface. The simultaneity in his works seems to develop tension which is being transferred into the whole gallery space. Leonard makes the self-imposed agitated melancholia and claustrophobia of modern man happen even within the exhibition-architecture. Large scale canvasses scale down the exhibition space and forces the recipient to engage upon a search for his/her personal presence within the paintings (referred to Paco Knöller) as he/she almost feels pushed straight into the piece.

Stephane Leonard (*1979 Berlin) studied fine arts in the class of Paco Knöller at University of the Arts Bremen. In 2007/2008 he attended the master class of Paco Knöller. He has been active initially in street art since 1995, later as a painter, drawer, sound and video artist. In the last years, he has additionally established his reputation as a director for internationally recognized music videos.